CBS (Compression Bone Screw) System

    Das kanulierte CBS System ermöglicht durch seine verschiedenen Schraubendurchmesser und -längen einen großen Indikationsbereich bei der Versorgung von Frakturen in der Kleintierorthopädie sowie Unfallchirurgie. CBS steht dabei für Compression Bone Screw (dt. Kompressionsschraube) und ermöglicht in ihrer Funktionsweise als Zugschraube (lag screw) die Komprimierung zweier Knochenfragmente.

    Im Gegensatz zu herkömmlichen Kortex-Zugschrauben, die mittels kleinerem Pilot- oder Gewindeloch in der fernen Kortikalis und einem größeren Abstand- oder Gleitloch in der nahen Kortikalis eingebracht werden, wird die kanulierte CBS über einen KIRSCHNER Führungsdraht eingedreht. Das Funktionsprinzip einer Zugschraube mit Kompressionsschraube wird dadurch erreicht, dass die Gewindegänge am Kopf und am Schaftende unterschiedliche Steigungen aufweisen. Diese Steigungsdifferenz bedingt die interossäre Kompression. Die temporäre Fixierung der Knochenfragmente mit dem KIRSCHNER Bohrdraht ermöglicht einerseits ein größtenteils minimalinvasives Vorgehen, andererseits eine präzise Schraubenplatzierung über den KIRSCHNER Bohrdraht.

    Das kanulierte CBS System ist modular aufgebaut und für verschiedene Patientengrößen ausgelegt: Es umfasst ein Basis-Instrumentenset und 4 Module (Toy Breeds / Katze, Hund Small, Hund Medium und Hund Large). Die einzelnen Module beinhalten eine Auswahl an Schraubenlängen sowie das für die jeweilige Implantatgröße notwendige Instrumentarium, das ergänzend zum Basis-Instrumentenset benötigt wird.

    Kompressionsschrauben aus Titan

  • Selbstbohrend & selbstschneidend

  • Kanuliert für minimalinvasive Technik und geführte Insertion

  • Minimierung der Weichteilirritation durch selbstschneidende Nuten am Kopfgewinde

  • Rückschneidende Flanken im Kopf und Schaft zur einfacheren Explantation

  • Verschiedene Durchmesser (3,0, 4,0, 4,5, 5,5 und 6,5 mm) für einen großen Indikationsbereich

  • Schrauben- und Gewindedesign ermöglichen eine optimale Fixation

  • Optimierung der Fraktur- bzw. Osteotomiekompression

    Technische Eigenschaften

  • Schraubenmaterial: Titan (TiAl6V4)

  • Einfacheres Entfernen der Implantate nach Frakturheilung

  • Verbesserte Ermüdungsfestigkeit der Implantate

  • Verminderung des Entzündungs- und Allergierisikos

  • Titan macht bei schnittbildgebenden Nachuntersuchungen weniger Artefakte

  • Biokompatibel

  • Oberflächenanodisiert mit einheitlicher, durchgehender Passivschicht

  • Farbkodiert zur einfachen Bestimmung des Größendurchmessers

    Anwendung

    Die Kompressionsschrauben können als Einzelimplantate oder in Kombination mit zusätzlichen KIRSCHNER Bohrdrähten zwecks Erhöhung der Rotationsstabilität auch mit einem Zielinstrument wie z. B. dem PinPositioner (191370) oder PinCube (191348) als geführte Insertion angewendet werden.

    Indikationen

    Frakturen, korrektive Osteotomien, Pseudarthrosen, degenerative Veränderung kleiner Knochen:

  • Sacroiliale Luxation

  • Isolierter Processus anconaeus (IPA)

  • Inkomplette Ossifikation des Condylus Humeri (IOHC)

  • T/Y-Frakturen des Condylus Humeri

  • Intracondyläre Frakturen des distalen Femurs

    Operationstechnik

    Temporäre Fixation mit dem KIRSCHNER Bohrdraht

    Achtung: Führungsdraht vorsichtig einbringen, um ein mögliches Verbiegen zu vermeiden (Tipp: dünne Führungsdrähte kurz fassen und nachschieben).

    Optionales Aufbohren

    Bei starkem kortikalem Knochen ist ein Aufbohren auf den Kerndurchmesser möglich, um die Einbringung der winkelstabilen Kompressionsschraube zu erleichtern. Mit dem Spiralbohrer über den Führungsdraht bohren.

    Achtung: Das Ende des Führungsdrahtes darf nicht überbohrt werden, um den festen Halt des Führungsdrahtes zu gewährleisten.

    Optionales Verwenden eines Kortikalisfräsers

    Bei einem Knochen, der mit wenig Weichteilgewebe umgeben ist bzw. bei sehr guter Knochenqualität, ist die Verwendung des Kortikalisfräsers empfehlenswert, um den Überstand des Schraubenkopfes in der Kortikalis und Weichteilirritationen zu minimieren und einem möglichen Verformen des Instrumentariums entgegenzuwirken.

    Schraubenlängenbestimmung

    Die Längenmesslehre über dem Führungsdraht anlegen und durch das Weichteilgewebe bis zum Knochen führen. Danach Ablesen der erforderlichen Länge am Ende des Führungsdrahtes.

    Platzieren der Schraube

    Die Kompressionsschrauben über den Führungsdraht mit dem Schraubendreher (kanuliert, AO-Schaft) bis zum Kopfgewinde einschrauben. Anschließend den Führungsdraht entfernen und die Schraube bis zur Knochenoberfläche versenken.